Morag Josephine Grant (Berlin)

 

Vertont, vermittelt, verstellt: Der Krieg und die Musik

Dienstag, 11. Juli 2017, 18:30 Uhr

Hauptgebäude, Hörsaal VIII

 

Wir leben in einer Gesellschaft, die grundlegend vom Phänomen „Krieg“ beeinflusst, ja sogar gestaltet ist — und dies schon seit dem Neolithikum. Rein dadurch, dass wir kriegerische Auseinandersetzungen für möglich halten, tragen wir dazu bei, dass Krieg weiterhin eine Option bleibt. Und so selbstverständlich ist Krieg, dass wir uns des Ausmaßes seines Einflusses auf unsere Kultur nur selten bewusst sind. Ein Beispiel: Viele Fundamente der Weltliteratur — vom Mahābārata bis zum Chanson von Roland — erzählen in erster Linie vom Krieg und von Kriegern. Viele solcher Schriften fußen auf mündlichen, sehr oft auch musikalischen Kulturpraktiken, und in den Schriften selber lesen wir häufig von Barden, die Kriege besingen, und von Trompeten und Trommeln, die vor, während und nach den Kriegshandlungen erschallen. Musikalische Kommunikation hat also wohl immer dem Krieg Gestalt gegeben — und tut das heute immer noch. Doch wie, warum und wozu gestaltet Musik Krieg? Statt vorschnelle Antworten zu suchen betont dieser Vortrag die Notwendigkeit und die Vielschichtigkeit der Frage an sich. Fokussiert wird dabei den Einsatz von Musik während dem Kampf selbst, sowie die Berichterstattung über dieser Praxis.   

 

We live in a society which is not only deeply influenced by war, but in fact formed by it — and this has been the case since the Neolithic. Simply by accepting that war is a possibility we perpetuate this possibility; and war is so much a part of our shared culture that we rarely recognise just how great the influence of war is. Many of the foundational texts of world literature — from the Mahābārata to the Chanson of Roland — are in the first instance tales of war, and warriors. Many of these texts are just a tiny fragment of much wider oral and indeed musical practices; and in these writings themselves we frequently encounter bards singing of war, and trumpets and drums that sound before, during and after combat. Musical communication, it seems, has always given form to war — and continues to do so right up to the present. But how exactly does music do this, why does it do this, and to what ends? This lecture does not pretend to answer this question: rather, the significance and the complexity of the question itself will be explored. In doing so, we will focus particularly on the use of music during combat itself, and how this is reported.

 

Am 12.07. bietet Morag Josephine Grant einen öffentlichen Workshop an, in dem die Vortragsthemen vertieft werden (10:00-11:30 Uhr, Hauptgebäude, neuer Seminarraum 1302, 3. OG).

Informationen und Anmeldung: lea.perraudin(at)uni-koeln.de

Neuer Seminarraum 1302, 3. OG  Informationen und Anmeldung über: lea.perraudin@uni-koeln.de