Peter Geimer (FU Berlin)

 

 

 

Die Bildmedien der Geschichte

 

 

"Die Geschichte ist hysterisch", bemerkt Roland Barthes, "sie nimmt erst Gestalt an, wenn man sie betrachtet - und um sie zu betrachten, muss man davon ausgeschlossen sein." Nicht zufällig notiert Barthes diese Beobachtung in seinem berühmten Buch zur Fotografie (Die helle Kammer). Denn die von Barthes beschriebene Entzogenheit der Geschichte verlangt nach Medien, die das Vergangene - zumindest nachträglich und in Gestalt seiner überlieferten Spuren, Reste und Fragmente - doch noch zur Darstellung bringen. Nicht zufällig haben deshalb auch Autoren wie Marc Bloch oder Siegfried Kracauer die Arbeit des Historikers immer wieder mit Metaphern aus dem Bereich der Bildmedien beschrieben. Vor diesem Hintergrund möchte der Vortrag der zentralen Frage nach der "Historiografie technischer Bildmedien" die Frage nach den "technischen Bildmedien der Historiografie" an die Seite stellen. Es geht um Fotografie und Film als Medien der historischen Einbildungskraft.

 

Biographische Angaben

Peter Geimer hat seit WS 2010/11 die Professur für Neuere und Neueste Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin inne und leitet gemeinsam mit Prof. Dr. Klaus Krüger seit 2012 die DFG-Kolleg-Forschegruppe „BildEvidenz. Geschichte und Ästhetik“.Davor war er u.a. Postdoctoral Fellow am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin sowie Mitglied des Nationalen Forschungsschwerpunkts »Bildkritik«, Universität Basel. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen BildEvidenz (Geschichte und Ästhetik), Theorie und Geschichte der Fotografie sowie Wissenschaftsgeschichte.

 

 

Im Wintersemester 2016/17 finden die Cologne Media Lectures unter Federführung von Prof. Dr. Herta Wolf, Kunsthistorisches Institut (Allgemeine Kunstgeschichte - Schwerpunkt Geschichte und Theorie der Fotografie) statt.