zum Inhalt springen

Ringvorlesung WS 2012/13

 

“Imperial Nonsense”

Wie übersetzen Medien|Wissenschaften Medien|Wissen?

Die Frage, was Medien denn seien, wird seit geraumer Zeit stillschweigend zurückgedrängt von Fragen nach den Prozessen, Tätigkeiten oder Praktiken, die sich um Medien versammeln, sie umkreisen und durchdringen. Die Liste dieser Operationen ist lang: Performativität, Agency, Prozessierung oder Kulturtechniken sind einige Schlüsselbegriffe jener lebhaften Debatte, die Fragen für das Feld der Reflexion des Medialen heraufbeschwören. Eine Wissenschaft, die sich Medienwissenschaft nennt, muss sich nun auch mit ihrer eigenen Konstitution auseinander setzen, Fragen an sich und ihre eigenen Verfahren und Prozesse der Wissensgenerierung stellen. Wie produzieren Medien Wissen, wie schaffen Medienwissenschaften Wissen und wie schaffen Wissenschaften Medien? All diese Fragen zielen auf Vermittlungs-, damit Übersetzungsprozesse.

Übersetzen heißt Verändern. Dass Übersetzungen mit einem gewissen Transformationspotential ausgerüstet sind, versinnbildlichte sich kürzlich auf der von einer Doktorandin konsultierten englischen Speisekarte – Kaiserschmarrn wird auf der Karte mit „Imperial Nonsense“ übersetzt und steht daher stellvertretend für das Anliegen der Vorlesung. Die vortragenden DoktorandInnen aus den Medienwissenschaften werden sich auf die Prozessualität und die vielen Übersetzungsleistungen von und in Medien|Wissenschaften konzentrieren, auf die Dimensionen des Dazwischen von Medien und Medienprodukt, aber auch von Medienwissenschaften und ihren Gegenständen. Es tauchen Fragen auf wie: Welche Prozesse des Medialen beobachten wir? Und welche Prozesse führen wir aus, wenn wir die Prozesse des Medialen beobachten? Welche Störungen und Metamorphosen lassen sich beschreiben? Welche Medien entstehen performativ erst dann, wenn Medienwissenschaften sie thematisieren? Und was thematisieren Medien, die nicht als Medien gelten? Von welchen Wissenskulturen können wir ausgehen, haben Medienwissenschaften Labore und was ist dann dort wie In Formation?

 

Vorlesungsplan im Wintersemester 2012/2013:

Montags von 19:30 bis 21:00 im Hörsaal XXV (Gutenberg-Hörsaal), WiSo-Hochhaus, Universität zu Köln (Organisation: Carola Hilbrand/Stefan Udelhofen)

  • 22.10.2012 Konstituierende Sitzung 

 

I. Performation und Transformation

  • 29.10.2012 Kritische Fernsehreflexionen in Musikvideos (Simon Rehbach)

 

II. Anordnungen in|formationen

  • 03.12.2012 Woher wir glauben zu wissen, was wahr ist (Hannah Neumann)
  • 10.12.2012 Feld und Archiv. Situative Beobachtungen von (Massen)Medien und (Medien)Technologien (Stefan Udelhofen)
  • 17.12.2012 Wie viel Comedy verträgt Wissenschaft? (Pamela Wershofen)

 

III. Übersetzen: Speichern und Aneignen

  • 07.01.2013 Sammeln und Ordnen. Die Theaterwissenschaftliche Sammlung als Stätte kultureller Erinnerung (Nora Probst)
  • 14.01.2013 Archive für 3 Euro. Über Programmhefte als Wissensspeicher des Theaters (Sascha Förster)
  • 28.01.2013 Das Moment des Katastrophalen (Johannes Stier) // Abschlussdiskussion